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Wie jedes Jahr stellt sich beim ADAC Supercross Stuttgart die Frage nach den Favoriten. In den beiden Hauptklassen SX1 und SX2 dürfte es wieder zu einem Länderkampf Frankreich gegen USA kommen.

In der Top-Kategorie SX1 fehlen die Gesamtsieger der letzten vier Jahre, die Franzosen Cedric Soubeyras und Gregory Aranda, wegen einer Terminüberschneidung bzw. verletzungsbedingt im Line-up. Da die beiden in Deutschland seit vielen Jahren dominierenden Supercross-Nationen Frankreich und USA über ein großes Aufgebot an Topfahrern verfügen, ist der Weg frei für neue Helden.

Erneut starke französische Fahrer

Als einer der heißesten Anwärter auf den diesjährigen Titel "König von Stuttgart" gilt der Franzose Maxime Desprey. Der 33-jährige Routinier kommt unter anderem mit der Empfehlung seines Stuttgart-Sieges von 2023 in der SX2 sowie seines damaligen ADAC SX Cup-Sieges in der Zwischensaison 2023/2024. Desprey freut sich auf die technisch anspruchsvolle Strecke in der Schleyer-Halle: "Der Boden in Stuttgart ist wirklich etwas Besonderes. Dadurch gibt es einige richtig gute Kurven und das gefällt mir."

Ebenfalls auf dem Zettel sollte man die weiteren Franzosen Jordi Tixier, Calvin Fonvieille und Lucas Imbert haben. Wenngleich der Ex-Motocross-Weltmeister Jordi Tixier in Stuttgart noch nicht viel vorzuweisen hat, konnte er in Dortmund schon zwei Königstitel feiern und landete auch im Cup mehrfach auf einem Podestrang.

Beim Aufsteiger Calvin Fonvieille wird es interessant zu beobachten sein, wie er sich bei den "Big Boys" schlägt. Die letzten beiden Winter gewann er jeweils den ADAC SX Cup in der SX2. Lucas Imbert, 2022 der "Prinz von Stuttgart", hat hingegen seine Feuertaufe in der SX1 schon bestanden und zeigte auch in der großen Klasse, dass er ein gestandener Supercrosser ist.

US Boys blasen zum Länderkampf

Die zweite große Supercross-Nation in deutschen Hallen ist die USA. Seit 2005 kommen die Könige von Stuttgart entweder aus Frankreich oder den Vereinigten Staaten.

Von der Papierform her muss man von ihren Vertretern in diesem Jahr Mitchell Harrison die größten Chancen einräumen. Er gab 2024 in Stuttgart sein Deutschland-Debüt und wurde hier in der Königswertung 2024 Vierter und 2025 Fünfter. In der US-amerikanischen Supercross-Meisterschaft 2026 belegte er Gesamtrang 18, womit er der am höchsten notierte Pilot der diesjährigen US Delegation ist. Gespannt sein darf man auf das Stuttgart- bzw. Deutschland-Comeback von Ryan Breece, der 2019 die Stuttgarter Schleyer-Halle als König verließ.

Drei deutsche Vertreter in SX1

Mit Nico Koch aus Braunschweig, Mark Scheu aus Grabenstetten sowie dem Saarländer Stefan Ekerold bietet Deutschland in diesem Jahr drei Vertreter in der Top-Klasse auf. Dank vieler internationaler Supercross-Rennen, unter anderem in den USA, dürfte Nico Koch die größten Chancen auf die Qualifikation für die Finalrennen haben. Dabei wird Stuttgart nach seinem Teamwechsel nach Beendigung der Outdoor-Saison sein erster öffentlicher Auftritt im KTM Sarholz Racing Team sein.

Frankreich gegen USA auch in der SX2?

In der Klasse SX2 möchte der Franzose Jules Pietre seinen Titel "Prinz von Stuttgart" verteidigen. Neben ihm muss man auch dessen Landsleute Liam Bruneau und Mathys Boisrame auf dem Schirm haben, denn diese wurden 2025 in Stuttgart Gesamtdritter bzw. -vierter.

Und dann wäre da noch der deutsche Hoffnungsträger Noah Ludwig aus Aschersleben. Der 22-Jährige vom KTM Sarholz Racing Team feierte im Vorjahr in Stuttgart einen grandiosen Einstand, indem er gleich am ersten Abend als Dritter des SX2-Finales aufs Tagespodest raste. Am Samstag wurde er Sechster sowie als Fünfter der Prinzenwertung bester Deutscher. In diesem Jahr möchte Ludwig an seine Erfolge anknüpfen: "Mein Ziel ist definitiv wieder aufs Podium zu fahren – auch in der Overall-Wertung."

Die weiteren deutschen Starter in der kleinen Klasse sind Paul Bloy (Biberach), Elias Stapel (Mittelstadt), Oskar Luis Romberg (Hilbeck), Malik Schoch (Wildberg) und Ben Gosepath (Grevenbroich).


Foto: ADAC