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Das lässt sich schnell beantworten. Bekanntlich sind die Franzosen und Briten nicht immer so gut aufeinander zu sprechen, vor allem wenn es um Nationalstolz geht. Wenn man ihnen dann noch über vier Jahre derart martialisch die Hosen bei dem prestigeträchtigsten Strandrennen der Nation bzw. de Welt herunter lässt, haben die Franzosen definitiv das Recht etwas angepisst zu sein.
 
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Die Rede ist natürlich vom Briten Todd Kellet, der nun viermal in Folge das größte Strandrennen der Welt in Le Touquet Paris Plage gewinnen konnte. Todd ist ein absoluter Sandspezialist und weiß mit seiner 450er Yamaha perfekt unter diesen Bedingungen umzugehen. 

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Das beweist auch mit welcher Überlegenheit er dieses ultimative Strandrennen für sich entscheiden konnte. Mit einem satten Vorsprung von knapp zwei Minuten demontierte er das Fahrerfeld mit 1300 Teilnehmern und verwies den Belgier Cyril Genot auf Platz zwei gefolgt vom ersten Franzosen Miot Metheo auf dem dritten Platz. Und wer sich das Race schon einmal angeschaut hat, weiß wie extrem hoch die Kollisionsgefahr mit anderen Teilnehmern ist. Vor allem wenn man mit einem derart hohen Speed durchs deutlich langsamere Fahrerfeld pflügt. Dafür bedarf es ein hervorragendes Auge, guten Instinkt und natürlich die entsprechende Portion Glück.
 
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Mit diesen Fähigkeiten holt sich der Brite Todd Kellet nach seinen Siegen in 2023-2024-2025 nun die nächste Krone und gehört schon jetzt zu den Le-Touquet-Legenden. Um aber mit dem größten Sandspezialisten von LeTouquet Arnaud Demeester (FRA) mithalten zu können muss der 28-jährige aber noch drei Siege nachschieben, um mit dessen unglaublichen Rekord gleichzuziehen.
 
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Race-Time

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Der Holeshot ging zunächst an Daymond Martens (Yamaha), der die Startgerade herunter knallte, um dann nach der erste Linkskehre nur knapp den Holeshot für sich entscheiden konnte. Doch kurz darauf übernahm Jeremy Hauquier (Yamaha) die Führung, um sie dann auch schon nach gut acht Minuten Renndistanz an Todd Kellet (Yamaha) abzugeben. Mittlerweile sortierte sich das Feld so langsam in den Top-20 und immer mehr Top-Piloten drängten nach vorn. Weniger ideal erging es dem Fan-Liebling und Multi-Enduro-Weltmeister Antoine Meo (FRAU) auf seiner Ducati Desmo450 MX, die ihren Dienst beim Start nicht aufnahm. Letztendlich musste Antoine mit vier Minuten Rückstand und einer ordentlichen Portion Wut im Bauch eine unglaubliche Aufholjagd beginnen.
 

Nach etwas über einer Stunde schnappt sich Cyril Genot (Honda) den zweiten Platz und komplettierte das Top-5 Paket zusammen mit Hauquier, Potisek und Marten. Doch Hauquier musste auf Grund eines defekten Kühlers in die Box zur Reparatur, was ihn aus den Top-10 katapultieret, aber Aufgeben ist nicht sein Ding, wie die finale Position beweist. So langsam machten sich nach der ersten Rennhälfte Lars Van Berkel (NEL/Fantic) zusammen mit dem ultraschnellen Norweger Frederiksen Hakon (Honda) auf den Weg in die Top-5 und zeigten dabei einen ausgeprägten Sinn für den Zweikampf.
 
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Währenddessen hatte Kellet schon eine Minute auf den Zweitplatzierten Genot herausgefahren. Doch Genot war immer wieder als schnellster auf dem Kurs gezeitet und ist teilweise um 15 Sekunden schneller als der Führende. Das sorgte natürlich für Hoffnungen für die Honda-Truppe, aber Kellet machte letztendlich kurzen Prozess und sicherte sich den Sieg mit 1m44s Vorsprung. Er überrundete zudem das gesamte Feld bis vor zum Füntplatzierten – was für eine Dominanz. Milko Potisek kommt mit einer Runde Rückstand und auf Platz drei ins Ziel gefolgt von Lars Berkel auf seiner Fantic und Frederikson Hakon auf seiner Honda. Dakar-Profi und ausgewiesener Sandspezialist Adrien van Beveren schnappt sich den achten Platz während Antoine Meo auf seiner Ducati seine ganze Klasse nochmal aufblitzen ließ und vom letzten Platz durch knapp 1300 Fahrer auf einen unglaublichen 22 Platz vorfuhr - eine geniale Leistung für einen ehemaligen Weltmeister, der nicht mehr wirklich aktiv auf Top-Level unterwegs ist.
 
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TODD KELLET (GBR/Yamaha)


Bei der ganzen Angelegenheit darf man nicht vergessen, dass es extrem kalt, windig und dazu Dauerregen über das gesamte Rennen noch gratis dazu gab. Und als kleine Randnotiz ging es für den smarten Briten Todd Kellet nicht nur um die WM-Wertung, sondern auch um die Französische Meisterschaft und einen weiteren Sieg beim Enduropale.
 
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In der FIM Sand Race World Championship bildete Le Touquet den Auftakt der Rennserie am 08.02.2025 und gleichzeitig das Finale am 15.04.2026. Schon irgendwie krass, wenn man bedenkt, dass die Rennserie mit sechs Rennen über ganze zwölf Monate abgehalten wird. Mit diesem Sieg festigte Todd Kellet seine Führung in der WM-Wertung gefolgt von dem Duo Potisek und Hauqier. Somit dürfte auch der WM-Titel grüßen, der aber noch nicht offiziell ausgerufen wurde.
 
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Ergebnisse - Top-50

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Das komplette Rennen



BERICHT: VINTAGE/KLASSIK Rennen - LINK

Bilder: FIM, Enduropale du Touquet

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