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Yamaha Motor Europe bündelt seine Kräfte in der MXGP-Königsklasse und beendet das werksseitige Engagement in der MX2. Für die bisherige Teamstruktur und zahlreiche Nachwuchsperspektiven bedeutet das einen tiefgreifenden Einschnitt. Betroffen sind damit auch die lettischen Reisulis-Brüder Janis und Karlis, die sich als Yamaha-Werksfahrer in der MX2-Weltmeisterschaft etabliert haben.

Yamaha hat eine strategische Neuausrichtung seines Engagements in der Motocross-WM angekündigt. Hintergrund der Entscheidung ist die Eröffnung eines neuen, speziell für den Motorsport entwickelten Forschungs- und Entwicklungszentrums am Yamaha Campus in Gerno di Lesmo in Italien. Dort sollen künftig die technische Entwicklung und die organisatorische Steuerung des MXGP-Programms stärker gebündelt werden.

Anders als bisher will Yamaha Motor Europe den Betrieb des MXGP Factory Teams künftig direkt selbst verantworten. Dazu gehören sowohl das Tagesgeschäft als auch die übergeordnete technische Entwicklung. Yamaha orientiert sich damit an Organisationsmodellen, die das Unternehmen bereits in anderen Motorsportdisziplinen einsetzt, konkret Road Racing und Rallye Raid-Sport.

Fokus auf die MXGP

Ziel ist es, die verfügbaren Ressourcen gezielter einzusetzen und Yamaha zurück an die Spitze der MXGP zu führen. Dafür soll in der Königsklasse verstärkt investiert werden. Im Gegenzug beendet der Hersteller sein werksseitiges Engagement in der MX2. Auch die Programme in den Nachwuchsklassen EMX250 und EMX125 werden neu geordnet.

Yamaha Motor Europe bedankt sich ausdrücklich bei Hans Corvers und seinem Kemea-Team für die langjährige Zusammenarbeit und die Erfolge in der MXGP- und MX2-Kategorie. Ebenso würdigte das Unternehmen die Arbeit von Wim Hutten und dem Team Hutten Metaal, das insbesondere in der EMX250 wichtige Titel für Yamaha errungen hat und zuletzt das MX2-Programm verantwortete.

Details folgen zu einem späteren Zeitpunkt

Wie die neue Teamstruktur für 2027 konkret aussehen wird, wer die operative Verantwortung übernimmt und welche Fahrer künftig für Yamaha antreten, soll zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. MXGP-Star Tim Gajser hat noch einen Vertrag für 2027, sein bisheriger Teamkollege Maxime Renaux als langjähriger Werkspilot wird nächste Saison mutmaßlich für eine andere Marke fahren.

Andrea Dosoli (Division Manager Motorsport, Yamaha Motor Europe): "Yamaha blickt auf eine stolze Geschichte im Motocross-Grand-Prix-Sport zurück. Im Zuge unseres Ziels, in der Königsklasse wieder ganz oben auf dem Podium zu stehen, richten wir unsere Ressourcen für die Saison 2027 neu aus. Das Yamaha Factory Racing MXGP Team wird künftig über eine neue, zentralisierte Struktur von unserem Motorsport-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Gerno di Lesmo aus operieren. Neben verstärkten Investitionen in die MXGP werden wir unser Werksprogramm in der MX2-Klasse beenden und unsere Programme in den Klassen EMX250 und EMX125 neu strukturieren. Ich möchte Hans Corvers und dem Kemea-Team meinen aufrichtigen Dank für ihren Beitrag zu Yamahas Erfolgen sowohl in der MXGP als auch in der MX2 aussprechen. Ihr Einsatz war maßgeblich daran beteiligt, dass Maxime Renaux 2021 den MX2-Weltmeistertitel gewann und Yamaha zudem vier Konstrukteurstitel holte."

"Ich möchte auch Wim Hutten und dem Hutten Metaal-Team für ihr unermüdliches Engagement und ihre Professionalität danken. Ihr Einsatz hat eine Schlüsselrolle bei Yamahas Erfolgen gespielt – insbesondere in der EMX250, wo sie seit 2020 Titel für Thibault Benistant, Rick Elzinga und Andrea Bonacorsi errungen haben."


Foto: Full Spectrum