Ganz andere Probleme hat Milan Schmüser in der Junioren-Klasse, wo der Deutsche ähnlich dominant gewesen ist: Doch schon beim ersten Training brach sich der Beta-Fahrer gleich zweimal sein Schienbein und war damit aus dem Rennen, bevor es angefangen hatte.

Es war zwar die erste Runde der SuperEnduro-Weltmeisterschaft in der serbischen Hauptstadt, aber davon war angesichts der großen Zuschauermenge und einer Strecke, die zu den besten der Saison gehörte, nichts zu spüren.
Die große Fläche ermöglichte eine flüssigere Strecke als in den letzten Runden, mit mehr Linienoptionen, und der klebrige Boden – der ungewöhnlicherweise nicht die ganze Nacht über präpariert wurde – ermöglichte es den Fahrern aller Klassen, sich abzuwechseln und in einer Nacht, die wie im Flug verging, Überholmanöver zu wagen.
Es war eine dramatische Nacht, in der der Champion Billy Bolt zwar in keinem Lauf gut startete, aber dennoch für Spannung sorgte, indem er sich in jedem Rennen mit seiner Kraft an die Spitze kämpfte. Hinter ihm tobte ein heftiger Kampf um die Podiumsplätze.
Manuel Lettenbichler kehrte in dieser Runde in die Meisterschaft zurück und war der letzte Qualifikant und damit der erste Fahrer, der in der Superpole die Bestmarke aufstellte. Allerdings blieb er zunächst auch „Letzter“.
Die Stark-Mannschaft mit Toby Martyn und Eddie Karlsson zeigte ebenfalls eine gute Leistung mit fast identischen Zeiten, bevor Mitch Brightmore eine großartige Runde hinlegte, aber im letzten Sandabschnitt stürzte und somit am Ende nur Siebter hinter Lettenbichler wurde
Jonny Walker folgte ihm, fuhr fehlerfrei und schneller als alle anderen, aber dann kam Billy Bolt und der war wieder einmal in Bestform und fuhr die beste Runde des Tages und der Nacht...
Mitch Brightmore holte sich im ersten Hauptrennen den Holeshot und übernahm die Führung, während Bolt einen schlechten Start hatte, weil Brightmores Bruder Ashton vor ihm in der ersten Kurve stürzte und sich so der Titelverteidiger in der ersten Runde nur im Mittelfeld wiederfand. Aber nicht lange, denn mit viel Mut sprang Billy über die Hindernissen und er buchstäblich an die Spitze. des Feldes.
Der Kampf zwischen Brightmore, Walker, Martyn und Karlsson war spannend und wiederholte sich den ganzen Abend im Kampf um um die Podiumsplätze.
Als Billy gegen Ende des Laufen auf den rutschigen Baumstämmen stürzte, holten das Feld ihn ein und lieferten sich zwei großartige Schlussrunden, in denen fünf Fahrer in einer Reihe fuhren und sich gegenseitig jagten, um jeden Fehler des Vordermanns auszunutzen.
Es war ein sehr knappes Rennen, aber blieb am Ende beim gleichen Ergebnis: Bolt gewann vor Brightmore, der Walker, Martyn und Karlsson hinter sich hielt.

Das zweite Rennen war mit oder wegen der umgekehrten Startaufstellung über elf Runden so dramatisch, wie es bei SuperEnduro nur sein kann.
Alfredo Gomez und Dominik Olszowy lagen zunächst in Führung, aber die schnelleren Fahrer ließen nicht lange auf sich warten: Walker kämpfte sich nach vorne und Bolt folgte ihm schnell, nachdem er Karlsson, der ebenfalls aus der zweiten Startreihe kam, hinter sich gelassen hatte.
Bolt schaffte es erneut, sich wieder nach vorne zu kämpfen und Walker zu überholen. Doch der Triumph-Fahrer gab sich noch nicht geschlagen und hielt mit dem Husqvarna-Fahrer mit.
Als Diogo Vieira jedoch nicht aufmerksam genug in den Rückspiegel schaute, als er von Bolt überholt wurde, kam es direkt vor Walker zu einem Fehler, der dann diese beiden aus dem Rennen warf und Bolt einen weiteren leichten Sieg bescherte. Walker verletzte sich dabei an der Hand.
Karlsson profitierte von diesem spielentscheidenden Fehler, schob sich vorbei und baute seinen Vorsprung auf die Verfolger aus, um als Zweiter die Ziellinie zu überqueren. Das Stark-Team feierte, während Toby Martyn dem Druck von Mitch Brightmore standhielt und für den spanischen Hersteller ein 2-3-Ergebnis erzielte. Walker rappelte sich wieder auf und wurde hinter Mitch Fünfter.
Toby Martyn holte sich im letzten Lauf den Holeshot, aber es dauerte nicht lange, bis sein Teamkollege Karlsson in der ersten Runde vorbeizog. Ash Brightmore stürzte erneut in der ersten Kurve, genau wie in der ersten Runde, und hielt damit Bolt auf, der dadurch erneut einen schlechten Start hatte.
Das spielte trotzdem für den Husqvarna-Fahrer keine Rolle, denn mit seiner Geschwindigkeit über die Hindernisse schaffte es Bolt schnell sich erneut an die Spitze zu setzen. Er war wieder eine Klasse für sich und holt sich mit maximalen 63 Punkten einen weiteren perfekten Abend. Jetzt hat er nicht nur 85 WM-Punkte Vorsprung, sondern den Weltmeistertitel im heimischen Newcastle als vorletzen Lauf im Visier.
Währenddessen lieferten sich Karlsson, Martyn, Brightmore und Walker hinter ihm einen heftigen Kampf. Der Schwede Karlsson fuhr saubere Runden und setzte sich klar auf den zweiten Platz, aber Brightmore kämpfte lange hart, um doch noch an ihm vorbei zu gehen und sicherte sich damit den zweiten Platz an diesem Abend.
Karlsson belegte einen guten dritten Platz und stand damit erneut auf dem Podium – ein guter Abend für Stark, während Martyn Vierter wurde und Jonny Walker mit dem fünften Platz sein schlechtestes Saisonergebnis erzielte.

Mit drei sechsten Plätzen in den einzelnen Läufen war Manuel Lettenbichler selbst nicht zufrieden: „Ja es ist mein erstes Rennen wieder, ja ich war ziemlich krank gewesen, aber das geht auf alle Fälle besser,“ meinte der KTM-Fahrer.
Tim Apolle kam für seine Verhältnisse sehr gut zurecht und verbesserte sich in der Meisterschaft auf den achten Rang und liegt nur einen Punkte hinter Alfredo Gomez vor dem er bereits mit seinem 10., 11. und 8. Platz in der Tageswertung platziert war.
Ergebnisse:
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Junioren-Weltmeisterschaft
Die Junioren-Weltmeisterschaft begann mit einer Katastrophe aus Deutscher Sicht: Schon beim allerersten Training zog sich Milan Schmüser einen doppelten Bruch des Schienbeins zu! Der Führende der Meisterschaft war damit aus dem Rennen, bevor es überhaupt angefangen hatte und stattdessen auf dem langen Heimweg zum Chirurgen. Tatsächlich aber hatte Schmüser soviel Vorsprung, dass er am Ende nach diesem Rennen immer noch in Führung liegt – punktgleich mit dem Briten Toby Shaw, der den zweiten Platz in der Tageswertung erzielte.
Doch die Läufe der Reihe nach:
Toby Shaw, der aus Schmusers Schatten heraustrat und in der Punktetabelle auf Platz zwei lag, füllte die Lücke mit einem frühen, bedeutenden Überholmanöver gegen Manuel Gomez und übernahm die Führung, die er bis zur Zielflagge verteidigte und einen souveränen Sieg einfuhr.
Henry Strauss und Gomez lieferten sich einen großartigen Kampf um Platz zwei, bevor der Deutsche stürzte und der Spanier sich durchsetzen konnte und Platz zwei vor dem hart kämpfenden Frasier Lampkin auf Platz drei belegte. Für Strauss blieb nur der fünfte Platz vor Felix Bähker auf Rang sieben und Fynn Hannemann auf dem achten Platz.
Beim zweiten Lauf nutzte Burts Crayston erneut den Start aus der zweiten Reihe optimal, während Frasier Lampkin und Manuel Gomez ihren Kampf aus dem ersten Lauf fortsetzten.
Der Stark-Fahrer Gomez wirkte souveräner, überholte den Beta-Fahrer und holte sich den Sieg.
Shaw kam langsamer aus den Startlöchern und kämpfte mit Strauss und Lampkin um das Podium. Shaw schaffte es auf den zweiten Platz, machte dann aber einen Fehler im Reifenbereich und fiel auf den vierten Platz zurück, während sich davor Lampkin sich gegen Strauss behaupten musste. Strauss blieb aber leider hinter Lampkin und zum Glück vor Shaw und klaute dem damit noch einen WM-Punkt, was einerseits ausgesprochene Schützenhilfe für den verletzten Schmüser war, andererseits zeigt, dass der junge Strauss noch viel Potential hat.
Bähker belegte unmittelbar vor Hanneman Platz sechs.
Im dritten Lauf lag Gomez früh in Führung, gefolgt von Shaw, während der Amerikaner Niko Piazza auf seiner Triumph um einen Podiumsplatz kämpfte.
Shaw fuhr erneut konstant seine Runden und baute seinen Vorsprung aus, während hinter ihm weiter gekämpft wurde. Der Eurotek-Fahrer sieht nun im Titelrennen gut aus und geht punktgleich mit dem verletzten Schmuser in seine Heimrunde am kommenden Wochenende.
Hinter ihm lag der Stark-Fahrer Gomez solide auf dem zweiten Platz, vor einem Kampf zwischen Piazza und Lampkin um den dritten Platz. Fehler des Amerikaners ließen Lampkin vorbeiziehen, der sich den dritten Platz sicherte.
Bähker landete erneut auf dem sechsten Platz, während Hanneman ausschied.
Der Gesamtsieg des Abends ging allerdings mit einem Punkt Vorsprung an Gomez vor Shaw und Lampkin.
Ergebnisse:
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Youth-Weltmeisterschaft
Die 125er-Klasse hatte mehr Platz und sie nutzten das aus. Im ersten Lauf legte der schnellste Qualifikant Luca Kropitsch im ersten Rennen einen Blitzstart hin. Das hielt jedoch nicht lange an, denn zuerst Eneko Martinez und dann der Führende in der Gesamtwertung, Wotjek Walczak, schoben sich an die Spitze und holten sich schließlich den Sieg vor dem Spanier.
Connor Watson, zu Beginn des Rennens der Zweite in der Meisterschaftswertung, machte einige Fehler noch bevor das Startgatter fiel, was ihn in der Gesamtwertung teuer zu stehen kam.
Watson machte dies im zweiten Lauf zwar wieder wett und übernahm die Führung von Luca Kropitsch. Er hielt den Vorsprung bis zur vorletzten Kurve der letzten Runde, wo ihn ein Fehler von der Strecke brachte. Trotz eines Versuchs, sich den Sieg zu sichern, wurde Walczak der Doppelsieg an diesem Abend zugesprochen.
Da Watson offensichlich einen schlechten Tag hatte, hat der polnische Fahrer nun die Chance, sich schon in Newcastle, beim vorletzten Lauf, den Titel zu sichern.
Ergebnisse
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