
Sea to Sky und die Offiziellen der FIM Hardenduro Weltmeisterschaft sorgen für Schlagzeilen. Der Sherco-Werksfahrer aus Bulgarien, Teodor Kabakchiev, wurde nachträglich beim finalen Mountain Race disqualifiziert und alle Punkte wurden ihm aberkannt. Zwar erhält er aktuell laut offiziellem Tabellenstand aus dem Beach- und Forest Race ganze 12 Punkte, aber für den zweiten Platz beim Mountain Race wären es noch mal 17 Punkte extra gewesen, was ihn gefährlich nahe an den Zweitplatzierten Mitch Brightmore mit derzeit 165 Punkten in der Gesamtwertung gebracht hätte. Doch dem ist nun nicht so...

Hintergründe
Da es von den Offiziellen der FIM Hardenduro World Championship bislang keine offizielle Stellungnahme - außer vom Organisator Sea To Sky s. Ende des Berichts - gibt, hier nun das Statement von Teodor Kabakchiev:
„Für alle, die Sea To Sky über das Tracking, das Live-Timing und auf dem Gipfel selbst verfolgt haben: Nach so einem engen und aufregenden Wochenende verdient man bis zum Schluss einen Kampf um den Sieg. Ich wollte euch diesen Fight zeigen, aber er wurde uns allen weggenommen. Bei einer der letzten Sektionen des Rennens (Alcatraz) verfing sich Stacheldraht von einem Zaun in meinem hinteren Rad. Daraufhin forderte ich einen offiziellen Strecken-Marshal zur Beurteilung an. Aber es war keiner da. Zuschauer in der Nähe sahen, was passiert war, und fingen an, den gefährlichen Stacheldraht zu entfernen.
Meine Enduro war in einem perfekten Zustand. Es wurde nichts repariert, eingestellt oder instand gesetzt. Es wurden keine Werkzeuge ausgetauscht. Das Einzige, was durchgeschnitten wurde, war das Stück Stacheldraht – ein gefährliches, fremdes Objekt, das nie Teil meines Motorrads war und nie auf der aktuellen Rennstrecke hätte sein dürfen.
Nachdem ich wertvolle Zeit verloren hatte und dadurch auf den dritten Platz zurückgefallen war, stieg ich auf meine Enduro, kämpfte mich wieder vor, fuhr die schnellste Zeit auf den letzten Checkpoints und überquerte die Ziellinie auf dem zweiten Platz.
Ich respektiere uneingeschränkt die Regeln unseres Sports, aber ich glaube, es gibt einen großen Unterschied, ob man sich einen unfairen Vorteil verschafft oder Hilfe bekommt, um ein gefährliches Objekt, das von Anfang an niemals auf der Rennstrecke hätte sein dürfen, zu entfernen.
- Dabei geht es nicht nur um mein Rennergebnis.
- Es gab keinen Kampf um den Sieg auf den letzten Anstiegen.
- Der Kampf um den zweiten Platz in der Weltmeisterschaft sollte im letzten Rennen stattfinden.
- Nun ist es fast schon vorbei.
- Entschieden in einem Besprechungsraum und nicht am Berg.
- Ihr, die Fans, habt das ebenfalls verloren.
Ich habe alles da draußen gegeben. Ich habe um den Sieg gekämpft. Und trotz alledem kam ich als Zweiter ins Ziel.
Nach dem Rennen erklärte ich den Offiziellen, was passiert war. Sie gaben mir eine 10-minütige Zeitstrafe. Die gleiche Strafe, die auch andere Fahrer das Wochenende über für Hilfe von außen in verschiedensten Situationen erhalten hatten. Ich habe diese Entscheidung und die Art und Weise, wie sie übermittel wurde, akzeptiert.
Ohne Grundlage neuer vorliegender Beweise wurde meine 10-minütige Zeitstrafe in eine Disqualifikation umgewandelt.
Die Straftabelle in unserem Regelwerk sieht Disqualifikationen vor, wenn ein Fahrer um Hilfe bittet.
Ich habe die Zuschauer nie um Hilfe gebeten. Und es wurde nichts gezeigt, das beweist, dass ich es getan hätte. Nachdem ich meine Chance verloren hatte, um den Sieg zu kämpfen und mir gesagt wurde, dass ich mir einen unfairen Vorteil verschafft habe, ist es etwas, dem ich nicht zustimmen kann.
Danke an alle, die hinter mir stehen – Teo.“

Hier der originale Text von Teodor Kabakchiev zum Nachlesen:





Im Folgenden das Statement der Organisatoren von Sea to Sky. Natürlich ist es ultra schade im Sinne des Sports, dass solch eine Entscheidung in Bezug auf die Meisterschaft hinter verschlossenen Türen getroffen wird, ob gerechtfertigt oder nicht.
SEA TO SKY STATEMENT (Nicht von den FIM OFFIZIELLEN der WM!)










Mittlerweile werden auch Stimmen laut, die die helfenden Hände während des laufenden Rennens im Falle von Graham Jarvis (P11) in Frage stellen. Zu Recht?
Bilder: Teodor Kabakchiev, FIM Hardenduro, Kris Preglagina




