
Die Hard Enduro Weltelite in Form der WERA (World Enduro Rider Association) möchte Anpassungen, während der Promoter ProTouch Global klare Kante zeigt und die neue HEWR (Hard Enduro World Ranking) ein sattes Preisgeld von 100.000 US-Dollar für die bald startende Hard Enduro Saison ausschreibt.
Verwirrung gelungen? Kurze Auflösung. Wie wir alle wissen ist die wirtschaftliche Weltlage alles andere als rosig und damit ist auch das Sponsoring sowohl für Organisatoren als auch Fahrer alles andere als einfach. Das hat zur Folge, dass auch das Engagement der meist aus der Wirtschaft stammenden Sponsoren im Sport etwas zurückhaltender ausfällt, als noch in den Jahren zuvor. Das ist aber eigentlich nichts Neues, das sich diese Entwicklung mehr als abgezeichnet hat. Betrachtet man beispielsweise die Anzahl der Teilnehmer (Bikes) bei der diesjährigen Dakar, so ist diese gegenüber dem Vorjahr um knapp 20 Prozent geschrumpft. In der Folge bedeutet das natürlich auch für die Sparte Hard Enduro weniger Budget für Reisen, Fahrer, Team und Co.

WERA (LINK), allen voran Präsident Alfredo Gomez, veröffentlichte in einer Pressmitteilung, dass sie nur sechs von neun WM-Läufen der FIM Hard Enduro Weltmeisterschaft 2026 bestreiten werden, nachdem sie laut Pressemitteilung über Monate versucht haben bezüglich finanzieller Unterstützung der Fahrer und Teams durch den Promoter ProTouch Global eine Antwort zu erhalten, die anscheinend ausblieb. Das bedeutet im Klartext, dass die Top-Fahrer und Mitglieder der WERA laut Pressemitteilung an folgenden WM-Läufen nicht teilnehmen werden:
- XL Lagares (Portugal)
- Roof of Africa (Lesotho/Südafrika)
- Sea to Sky (Türkei)
- Foraz Orza (Schweden) - Hier ist bereits eine Terminverlegung wegen der Überschneidung mit Red Bull Tennessee Knock Out angestrebt
- Round 1: Alestrem, France – 17-19 April
- Round 3: Silver Kings, USA – 18-20 Juni
- Round 4: Abestone Rodeo Miravalle, Italy – 10-12 Juli
- Round 5: Forza Orza, Sweden – sofern ein Alternativtermin gefunden wird
- Round 6: Wild Woods Extreme, Italy – 11-13 September
- Round 9: Hixpania, Spain – 23-25 Oktober



Die Reaktion des FIM Hard Enduro WM Promoters ließ nicht lange auf sich warten. Darin weißt man darauf hin, dass der vorherigen Promotor WESS acht Rennen ausgeschrieben hatte, ohne dass es eine Gegenwehr seitens einer limitierten Anzahl von Fahrern gab. Hier spricht der Promoter die WERA-Mitglieder an. Kernaussage des HEWC Managers Ross Whitehead ist, dass man eine Weltmeisterschaft nicht voranbringen kann, indem man ihre Fußabdruck reduziert. Zumal weniger Rennveranstaltungen auch weniger Möglichkeiten für Fahrer, Teams, Sponsoren und Medien bedeutet. Wachstum kommt von zunehmender Präsenz, Wahrnehmung, stärkeren Veranstaltungen und einem stabilen globalen Rennkalender.

"Wir können eine Weltmeisterschaft nicht um individuelle Sponsorenkalender herum aufbauen. Jeder Profisport erfordert schwierige Entscheidungen. Die Fahrer müssen entscheiden, ob sie einen Weltmeistertitel anstreben oder einzelne Veranstaltungen priorisieren und diese Realität gilt im gesamten Motorsport", sagte Whitehead.
Hier die offizielle PM der FIM Hard Enduro World Championship / ProTouch Global:




Als wäre das nicht schon genug Aufregung lässt das neue weltweit gültige Wertungssystem (HEWR) eine Bombe platzen und lanciert ein Preisgeld von 100.000 US-Dollar für die Top-10 der Saison 2026. Karl Katoch (Veranstalter Red Bull Erzbergrodeo) und Martin Freinademetz (Veranstalter Red Bull Romaniacs) haben dieses neue Wertungssystem (LINK) ins Leben gerufen und an das gültige ATP/WTA-Weltranglisten-System im Tennissport angelehnt, um eine transparente, globale Vergleichbarkeit der Leistungen internationaler Hard Enduro Athleten über die gesamte Rennsaison zu ermöglichen.
-- Start PM HEWR --
-- Start PM HEWR --
Ähnlich wie beim Tennissystem können Fahrer pro Saison an beliebig vielen Rennen teilnehmen und Hard Enduro World Ranking Wertungspunkte sammeln. Nach jedem Event wird die Rangliste automatisch aktualisiert und online auf enduroworldranking.com veröffentlicht. Die Anzahl der Wertungspunkte, die ein Teilnehmer bei der jeweiligen Rennveranstaltung erzielen kann, ist je nach Kategorie unterschiedlich: bei Supreme Rennen erhält der Sieger 2.000 Wertungspunkte, bei Premium Events erhält der Sieger 1.200 Punkte, bei Masters Rennen werden 500 Punkte an den Sieger vergeben und bei Challenger Events holt sich der Gewinner 250 Wertungspunkte. Insgesamt werden für bis zu 500 Teilnehmern pro Rennen Wertungspunkte ausgeschüttet.

Jeder Veranstalter ist dafür verantwortlich, die Ergebnislisten innerhalb von 48 Stunden nach Ende des Rennens auf enduroworldranking.com hochzuladen. Ausgenommen sind Supreme Rennveranstaltungen, bei denen die Ergebnisse innerhalb einer Stunde nach Bekanntgabe der offiziellen Ergebnisse hochgeladen werden müssen. Der Rennveranstalter legt selbst fest, wie etwaige Ranglistenklassen seiner Veranstaltung (Pro-Level, Amateur-Level, Seniorenklassen, Gold, Silber, Bronze usw.) bzw. die Zusammenstellung der Ergebnisse aus möglicherweise mehreren Veranstaltungstagen in eine Gesamtwertung umgewandelt werden. Das verwendete Punktesystem muss bei der Anmeldung für die Hard Enduro Weltrangliste angegeben werden und kann danach nicht mehr geändert werden. Pro Veranstaltung kann nur ein Gesamtergebnis gewertet werden.
Sensationelle 100.000,- Dollar Preisgeld für die Top-10 des Hard Enduro World Ranking
Die Teilnahme beim Hard Enduro World Ranking ist für alle Veranstalter der Klassen Premium, Master und Challenger in der Saison 2026 kostenlos, während Supreme-Events eine Teilnahmegebühr von USD 25.000,- zahlen. Die Einnahmen dienen ausschließlich der transparenten Finanzierung der Administration und Weiterentwicklung des Systems, sowie der Ausschüttung eines Preisgeldes am Ende der Saison. Das Preisgeld in der Höhe von USD 100.000,- wird aus einem von Industriepartnern gespeisten Preisgeldfonds am Stichtag 1. Februar 2027 an die 10 erfolgreichsten Fahrer der Saison ausgeschüttet.
Im Kern des Hard Enduro World Ranking (HEWR) arbeitet eine Gruppe von Experten, die für die faire und transparente Durchführung des Wertungssystems verantwortlich zeichnet. Die HEWR Arbeitsgruppe wird eine jährliche Hauptversammlung abhalten, bei der ihre Vertreter gewählt bzw. wiedergewählt werden. Wahlberechtigt für die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe sind die Vertreter der WERA (World Enduro Rider Association), die Top-100 HEWR-Fahrer, registrierte Rennveranstalter, Vertreter führender Motorsportverbände und Industriepartner von Athleten oder Veranstaltungen mit einem Mindestinvestitionsvolumen von USD 50.000.
Das System bietet eine einmalige Chance für Veranstaltungen weltweit, sich mit klar definierten Standards in das Ranking einzubringen, eigene Hard Enduro World Ranking Punkte zu vergeben und sich Schritt für Schritt an die erfolgreichsten internationalen Events wie Red Bull Erzbergrodeo oder Red Bull Romaniacs heranzuarbeiten. Damit entsteht auch für nationale Fahrer die Möglichkeit, sich im direkten Leistungsvergleich mit der Weltspitze zu messen und sich international zu positionieren – unabhängig von einer Zugehörigkeit zu diversen Verbänden, Meisterschaften oder Serien.
-- Ende PM HEWR --

Es bleibt also extrem spannend, was sich in der Kategorie Internationales Hard Enduro noch so ergeben wird. Die Gemüter sind erhitzt, bringen dadurch aber Reaktionen hervor, so dass langsam Bewegung in jegliche Richtung kommen kann. Wird das klassische System der FIM ausgehebelt? Können die Mitglieder der WERA tatsächlich so viel Druck ausüben? Und wird die HEWR eine neue Zeitrechnung im internationalen Endurosport einleiten? Wie werden sich der Promotor samt FIM verhalten? Werden die WERA Mitglieder die Chance auf einen offiziellen FIM-Titel riskieren und lieber den HEWR Titel plus Preisgeld ins Visier nehmen?
Bilder: FIM Hardenduro, Red Bull Romaniacs, Red Bull Erzbergrodeo, Red Bull Content Pool



