
Mörderische Hitzeschlacht in Süddeutschland! Zwei Meisterschaftsläufe waren Programm, obwohl es zunächst nur verhaltene Teilnehmerzahlen gab. Dass ändert sich aber drastisch kurz vor dem Rennwochenende und es sollte das heißeste Doppel-Event in der Geschichte der Deutschen Hard Enduro Meisterschaft werden. Und wie jeder weiß, können die Reisersberger Jungs und Mädels Hard Enduro, was für eine anspruchsvolle Streckenführung sorgte und den Anspruch nochmal bei 35 Grad Lufttemperatur ordentlich nach oben schraubte.

Eine Kombi, die die Teilnehmer unweigerlich in die Knie zwang? Die Gefahr war extrem groß, weshalb sich der veranstaltende MCC Reisersberg gemeinsam mit der HESG-Orga vorbeugend zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen zum Hitzeschutz einfallen ließ. Entlang der Strecke positionierte man an zwei Passagen Wasserbehälter, an denen sich die Fahrer während des Rennens mittels eines Schlauchs abkühlen lassen konnten. Außerdem wurde im Start- und Zielbereich kostenlos Trinkwasser bereit gestellt.
Die 50. Ausgabe der HESG fordert gleich zweimal: Am Samstag der klassische HESG-Rennmodus mit ACE Bikes Prolog Award, Gruppenrennen und Finale und am Sonntag ein Endurosprint mit gewertetem Extremtest und Zeitkontrolle.
Samstag ACTION - Prolog Time: Ein neues, äußerst anspruchsvolles Steinfeld entwickelte sich schnell zu einer der Schlüsselstellen der Strecke und sorgte für spektakuläre Szenen im Kampf gegen die Elemente.

Bei noch vergleichsweise angenehmen Temperaturen gingen die Fahrer auf den kurzen, aber technisch anspruchsvoll angelegten Prolog, der wie gewohnt über die Startplätze für die Gruppenrennen entschied. Als erster Spitzenfahrer eröffnete Henry Strauss den Kampf gegen die Uhr und setzte direkt ein Ausrufezeichen. Der KTM-Pilot absolvierte seine Runde nahezu fehlerfrei und blieb mit seiner Bestzeit als einziger Fahrer unter der Zwei-Minuten-Marke.
Im weiteren Verlauf versuchten zahlreiche Konkurrenten, die Zeiten des Gesamtführenden zu unterbieten – ohne Erfolg. Serienrekordsieger Leon Hentschel fuhr auf den zweiten Platz, was bedeutete, dass beiden Titelrivalen in den Gruppenrennen noch nicht aufeinander trafen.

Für eine starke Vorstellung sorgte außerdem Gaststarter Ramon Bregoli. Der Italiener komplettierte mit Rang drei das Prolog-Podium und empfahl sich ihm damit für den weiteren Rennverlauf im Kampf um die Spitze.
Gruppenrennen
Für die ersten Schwierigkeiten sorgte ein schräg verlaufender Hang, an dem sich in den Anfangsgründen einige Fahrer festfuhren, was sich aber im weiteren Rennverlauf entschärfte. An der Spitze liegend ließ Henry Strauss dagegen von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wer der Herr im Ring ist. Der Tabellenführer spulte Runde für Runde souverän ab und kontrollierte das Rennen über die komplette Distanz. Am Ende sicherte er sich einen ungefährdeten Sieg vor Arvid Meyer, der erneut eine starke Leistung auf seiner Stark Varg zeigte. Rang drei ging an Luca Kropitsch, der damit ebenfalls eine hervorragende Ausgangsposition für das Finale herausfuhr.

Für das zweite Gruppenrennen hatten die Temperaturen nochmals deutlich angezogen und stellten die Fahrer nun vor eine zusätzliche körperliche Herausforderung. An der Spitze setzte sich Leon Hentschel früh vom Feld ab und feierte einen souveränen Sieg. Für eine der stärksten Leistungen des Tages sorgte jedoch Max Eppelmann. Der Talentpool-Fahrer überzeugte mit einem konstant schnellen Rennen und sicherte sich verdient den zweiten Platz vor Marc Wulf, der nach seiner verletzungsbedingten Pause ein gelungenes Comeback feierte und sich ebenfalls direkt für das Finale empfahl.
Für den abschließenden finalen Showdown qualifizierten sich aus beiden Gruppenrennen jeweils die besten 25 Fahrer. Ergänzt durch Gaststarter als große Unbekannte, die innerhalb dieser Top-25 Platzierungen lagen.

Um 16:30 Uhr fiel schließlich der Startschuss zum großen Finale und damit zum 50. Rennen der Geschichte der AUNER HardEnduroSeries Germany. Aus der ersten Startreihe nahmen die beiden Titelrivalen Henry Strauss und Leon Hentschel das Rennen in Angriff. Schon vor dem Start war klar, dass die Zuschauer trotz der hochsommerlichen Temperaturen einen packenden Kampf um den Jubiläumssieg erleben würden.
Den besseren Start erwischte zunächst Leon Hentschel, der nach der ersten Runde als Führender in den Start- und Zielbereich zurückkehrte. Bereits auf dieser ersten Runde kam es jedoch zu einer strittigen Szene, die im Anschluss an das Rennen für Diskussionen sorgte.
Wie sich nach dem Rennen herausstellte, war an einer Streckenpassage offensichtlich ein Absperrband nach den Gruppenrennen nicht korrekt für das Finale umgebaut worden. Dadurch befuhr Henry Strauss an dieser Stelle unbeabsichtigt die kürzere Linie. Der Rennleiter des MCC Reisersberg reagierte jedoch sofort, hielt Strauss unmittelbar danach kurz, so dass kein sportlicher Vorteil für ihn entstand. Dennoch sorgte die Situation im Nachgang für hitzige Diskussionen.
Auf der Strecke ließ sich Strauss davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Bereits in der zweiten Runde übernahm der X-GRIP-Pilot die Führung und setzte sich in den folgenden Umläufen leicht von Hentschel ab. In der Schlussphase holte Hentschel nochmal zum Gegenschlag aus und verkürzte dadurch den Rückstand bis auf sechs Sekunden(!), doch zu einem Angriff auf P1 reichte es dann nicht mehr. Nach einer starken Vorstellung brachte Henry Strauss seinen Vorsprung ins Ziel und sicherte sich damit den Sieg beim historischen 50. Rennen der AUNER HardEnduroSeries Germany.

Platz zwei ging an Leon Hentschel, während Matthis Millich mit einer konstant starken Leistung das Gesamtpodium als Dritter komplettierte.
In der X-GRIP-Juniorenklasse setzte sich Gaststarter Leon Volland durch. Der schnelle Nachwuchsfahrer kündigte bereits an, in der Saison 2027 wieder regelmäßig an der AUNER HardEnduroSeries Germany teilnehmen zu wollen.
Am Samstagabend gab es zudem eine Besonderheit mit der Veranstaltung „HESG 50 Races – Evening of Legends“. Gemeinsam mit Fahrern, Teams, Partnern und langjährigen Wegbegleitern blickte die Serie auf ihre ersten 50 Rennen zurück und präsentierte in Form eines Films die besten Highlights!
Premiere geglückt: Endurosprint sorgt für neuen Impuls.

Nach dem Jubiläumsabend stand am Sonntag der zweite Meisterschaftslauf des Wochenendes auf dem Programm. Erstmals in der Geschichte der AUNER HardEnduroSeries Germany wurde dabei ein klassischer Endurosprint mit Zeitkontrollen und einem gewerteten Extremtest ausgetragen.
Im Vorfeld waren viele Fahrer dem neuen Format noch mit einer gewissen Skepsis begegnet. Nach dem Renntag fiel das Fazit jedoch durchweg positiv aus. Besonders die Kombination aus klassischem Enduro, Zeitkontrollen und Hardenduro-Elementen fand großen Anklang. Lediglich der Extremtest hätte aus Sicht vieler Teilnehmer etwas länger ausfallen können – eine Erfahrung, die die Organisatoren für die Weiterentwicklung des Formats in den kommenden Jahren mitnehmen möchten.

Sportlich musste der Renntag ohne Leon Hentschel stattfinden, der am Sonntag nicht mehr an den Start ging. Dadurch bot sich für Tabellenführer Henry Strauss die Chance, seinen Vorsprung in der Meisterschaft weiter auszubauen – und genau diese Gelegenheit nutzte der X-GRIP-Pilot eindrucksvoll.
Strauss präsentierte sich über den gesamten Renntag in Bestform und brannte in allen sechs gewerteten Extremtests die schnellste Zeit in den Kurs. Damit sicherte er sich nicht nur den Tagessieg, sondern feierte gleichzeitig seinen vierten Saisonsieg und baute zudem seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus.
Hinter dem dominierenden Sieger entwickelte sich jedoch ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Besonders Luca Kropitsch zeigte einen beeindruckenden Renntag. Der Österreicher steigerte sich von Runde zu Runde und sicherte sich nicht nur den Sieg in der X-GRIP-Juniorenklasse, sondern fuhr gleichzeitig auf den hervorragenden zweiten Platz im Championat.
Nur hauchdünn dahinter komplettierte Matthis Millich das Gesamtpodium. Dem Talent des BETA Hardenduro Germany Teams fehlten am Ende nicht einmal zwei Sekunden, um Kropitsch noch von Rang zwei zu verdrängen.
Ergebnisse Pro - Samstag
1. Henry Strauss 58:36,043
2. Leon Hentschel 58:44,835
3. Matthis Millich 1:06:57,138
Ergebnisse EnduroSprint - Sonntag
1. Henry Strauss 11:34,866
2. Luca Kropitsch 12:22,571
3. Matthis Millich 12:24,182
Meisterschaftstand nach 5 von 7 Rennen
1. Henry Strauss 140 Punkte
2. Leon hentschel 106 Punkte
3. Matthis Millich 81 Punkte
4. Luca Kropitsch 75 Punkte
5. Arvid Meyer 74 Punkte
Denis Günther: "Ein großes Dankeschön gilt dem MCC Reisersberg, allen Helfern und auch allen Fahrern, die trotz der Hitze den Weg nach Reisersberg gefunden haben. Besonders positiv war zu sehen, dass jeder sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen ist. Wer gemerkt hat, dass es körperlich zu anstrengend wurde, hat lieber kurz pausiert, anstatt unnötige Risiken einzugehen. Genau dieses verantwortungsbewusste Verhalten hat sicherlich dazu beigetragen, dass wir das gesamte Wochenende trotz der Rekordtemperaturen nahezu problemlos durchführen konnten. Jetzt freuen wir uns bereits auf die nächsten Läufe der Saison und darauf, den Schwung aus diesem besonderen Jubiläumswochenende mit nach Meltewitz zu nehmen.“
Offroad-Neuling auf Stark Varg
Nach der langen Sommerpause heißt es erst am 13. September 2026 auf nach Meltewitz zum sechsten Saisonlauf 2026.
Bilder: HESG



